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	<title>Johannes Schüller</title>
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	<description>Blog über Literatur, Gesellschaft  und Berlin</description>
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		<title>Auf zynischer Geisterjagd: Willi Winklers „Schattenmann”</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 16:03:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Schüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch 66 Jahre nach Hitlers Tod bleibt der Nationalsozialismus eine Goldgrube für Journalisten, Publizisten und Verleger. Wie weit die Verwertbarkeit der zwölf am häufigsten diskutierten Jahre deutscher Geschichte reicht, belegt Willi Winklers 2011 bei Rowohlt erschienenes Historienbuch Der Schattenmann gleich doppelt. Winkler, Journalist bei der Süddeutschen Zeitung, erhielt 2010 den Ben-Wittwer-Preis für kritischen Journalismus. Doch [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=118&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://nachtwachen.wordpress.com/2011/12/02/auf-zynischer-geisterjagd-willi-winklers-%E2%80%9Eschattenmann/"><img class="alignleft" title="Willi Winkler: Der Schattenmann" src="http://www.blauenarzisse.de/images/schattenmann.jpg" alt="" width="128" height="195" vspace="5" align="left" /></a>Auch 66 Jahre nach Hitlers Tod bleibt der Nationalsozialismus eine Goldgrube für Journalisten, Publizisten und Verleger. Wie weit die Verwertbarkeit der zwölf am häufigsten diskutierten Jahre deutscher Geschichte reicht, belegt Willi Winklers 2011 bei Rowohlt erschienenes Historienbuch <em>Der Schattenmann </em>gleich doppelt. Winkler, Journalist bei der <em>Süddeutschen Zeitung</em>, erhielt 2010 den Ben-Wittwer-Preis für kritischen Journalismus. Doch sein neuestes Buch erfüllt nicht das Erwartbare.</p>
<p><span id="more-118"></span></p>
<p>Winkler verfällt zu oft in einen populärwissenschaftlichen, mitunter unglücklich zynischen Stil. Um simplen Wortspielereien willen werden die Opfer des Holocausts schon mal als „Schafe” bezeichnet. Mit der Geschichte des <em>Schattenmann</em>s zeichnet Winkler zugleich ein Panorama der terroristischen Befreiungsbewegungen der Araber sowie der nationalsozialistischen Eliten nach 1945. Übrig bleibt ein gefallener Geist, dessen individuelle Bedeutung um der Dramaturgie willen überschätzt wird. Denn vor den mitunter wesentlich erzählenswerteren historischen Hintergründen verliert der <em>Schattenmann</em> schnell an Bedeutung.</p>
<p><strong>Genoud: Einer der vielen, die sich von Hitlers Charisma einwickeln ließen</strong></p>
<p>Hinter dem großen Anonymen steckt der Bankier, nationalsozialistische Aktivist und Agent François Genoud. Dieser kam 1915 im französischsprachigen Teil der Schweiz zur Welt und gehört zu jener Mehrzahl der Zeitgenossen, die sich vom Charisma Hitlers schnell einwickeln ließen. Der siebzehnjährige Lehrling Genoud traf Hitler im Herbst 1932 unvorbereitet im Godesberger Rheinhotel Dreesen. Die späteren Biographen Genouds, Karl Laske und Pierre Péan, vermerken, Hitler habe den jungen Schweizer mit dem Satz „Eure Generation wird Europa erbauen” für sich gewinnen können. Doch Genoud blieb eine direkte Beteiligung auch nach 1933 verwehrt. Als Schweizer Staatsbürger durfte er weder der NSDAP noch ihren Unterorganisationen beitreten.</p>
<p>Deshalb, so Winkler, verlegte der „Schattenmann” seine Aktivitäten in die arabischsprachige Welt. Im Sommer 1936 begab sich Genoud mit dem Jugendfreund Jean Bauverd nach Bagdad. Beide stammten aus dem Lager der faschistischen „Nationalen Front” in der Schweiz, die in den 1930er Jahren freilich eher ein politisches Schattendasein fristete. Genoud und Bauverd gerieten 1936 mitten in die „zweite arabische Revolution”. Ihre Sympathie galt dem Aufstand, da sich dieser nicht nur gegen die Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien richtete, sondern auch die eigenen antisemitischen Ressentiments bestätigte.</p>
<p><strong>Genouds zweiter Lehrer: Revolutionsführer und Mufti Hadj Amin al-Husseini</strong></p>
<p>In den Augen des Anführers der zweiten, kleinen arabischen Revolution, des Muftis Hadj Amin al-Husseini, wurde die Unterdrückung der Araber durch die Kolonialmächte vor allem von zionistischen Motiven bestimmt. Der Titel des „Muftis” lässt sich sinngemäß mit „islamischer Rechtsgelehrter” übersetzen. Dies deutet auch an, welche ideologisch führende Rolle al-Husseini während der zweiten arabischen Revolution zukam. Winston Churchill charakterisierte al-Husseini knapp, aber prägnant als „eine Tonne Dynamit auf zwei Beinen”. Neben Hitler dürfte es vor allem der charismatische al-Husseini gewesen sein, der Genoud ideologisch motivierte.</p>
<p>Der Bagdader Aufstand 1936 stellte die ideologische Initialzündung im Leben des François Genoud dar. Darauf begründen sich spätere Aktivitäten wie etwa die Übernahme internationaler Finanztransfers für die algerische „Nationale Befreiungsfront” FLN, für deren Versorgung mit Waffen u. a. Otto Ernst Remer verantwortlich war. Es handelte sich dabei um eben jenen SS-Offizier, der am 20. Juli 1944 an der Niederschlagung des Staatsstreichs Claus Graf Schenk von Stauffenbersg beteiligt war. Es sind vor allem diese Details, die Winklers Biographie lesenswert machen. Die Person Genouds liefert dabei den roten Faden, an dem entlang Winkler den Einfluss ehemaliger mittlerer und hoher nationalsozialistischer Eliten nach 1945 im internationalen Terrorismus darlegt.</p>
<p><strong>Genoud: Agent zwischen Links und Rechts<br />
</strong></p>
<p>Winkler gelingt es in seiner spannenden, wenngleich gar zu chronologisch vorgehenden Biographie Genouds auch die Geschichte der arabischen Unabhängigkeitskämpfe in der Breite darzustellen. Das Panorama reicht vom Bagdader Aufstand 1936 über den Algerienkrieg 1954 bis 1962 bis hin zur ersten Flugzeugentführung der linken „Volksfront zur Befreiung Palästinas” (PFLP). Genoud war in die meisten der terroristischen Aktivitäten verwickelt. Denn neben der Erstellung und dem Vertrieb gefälschter Hitler- und Goebbels-Tagebücher stellte der terroristische, oftmals linksgerichtete Flügel der panarabischen Bewegung Genouds finanzielle Existenzgrundlage dar.</p>
<p>Doch er blieb dabei zumeist im Hintergrund und achtete mit peinlicher Genauigkeit darauf, nicht unmittelbar an Entführungen und Morden beteiligt zu sein. Trotzdem war seine Rolle im terroristischen Netzwerk entscheidend und unverzichtbar, selbst wenn es sich nur um Kurierdienste handelte. Als die PFLP 1972 die Lufthansa-Maschine „Baden-Württemberg” entführte und es zu Zwischenfällen in der Übermittlung des Erpresserbriefs kam, entschied sich Genoud während der Fahrt zum Belgienurlaub mit der Ehefrau einen Umweg über Frankfurt am Main zu nehmen. Die Express-Sendung erreichte noch rechtzeitig die Lufthansa-Zentrale, die Lösegeldzahlung verlief erfolgreich.<strong> </strong></p>
<p><strong>Unglückliche Stilblüten, zynischer Unterton: Geschichtswissenschaftlich gibt <em>Der Schattenmann </em>wenig her</strong></p>
<p>Winklers Biographie glänzt durch solche historisch unterfütterten Anekdoten, mit denen sich auch ein guter Thriller schreiben ließe. Wer jedoch eine präzise geschichtswissenschaftliche Analyse sucht, ist beim <em>Schattenmann</em> falsch beraten. Das liegt auch im moralisierenden bis zynischen Stil begründet, den Winkler mitunter anschlägt. So lässt er auch die unglücklichsten Stilblüten nicht unversucht: „Im Rechristianisierungseifer der Nachkriegsjahre wird Eichmann, der selber genug <strong>Schafe </strong>(Hervorhebung J. S.) an die Schlachtbank geführt hat, von der katholischen Kirche wie ein verirrtes Schäflein behandelt.”</p>
<p>Abgetönt durchzieht diese schlechtere Variante von Guido-Knopp-Metaphern das gesamte Buch. Mit solch einem zynischen Unterton lässt sich auch der spannendste Plot nur schlecht erzählen. Winkler unterschlägt zudem die politische Dramatik des panarabischen Nationalismus, der sich durch seine antisemitischen Einflüsse die internationale Sympathie nach 1945 schnell verscherzte. Übrig bleibt ein simpler, moralischer Schwarz-Weiß-Plot ohne nennenswerte Zwischentöne. Damit erweist sich Winklers <em>Schattenmann</em> als flüssig zu lesende, doch geschichtswissenschaftlich wenig anspruchsvolle Lektüre. Mit Zynismus lassen sich Geschichten schlecht erzählen.</p>
<p><strong>Willi Winkler: Der Schattenmann. Von Goebbels zu Carlos: Das mysteriöse Leben des François Genoud. Berlin: Rowohlt 2011. Hardcover, 352 Seiten. 19,95 Euro.</strong></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachtwachen.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachtwachen.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachtwachen.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachtwachen.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachtwachen.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachtwachen.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachtwachen.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachtwachen.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachtwachen.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachtwachen.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachtwachen.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachtwachen.wordpress.com/118/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachtwachen.wordpress.com/118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachtwachen.wordpress.com/118/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=118&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Ulrich Delius im Gespräch: „Die ägyptische Regierung will die Kopten gar nicht schützen.“</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 12:09:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Schüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
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		<category><![CDATA[Johannes Schüller]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Anfang diesen Jahres deutet sich in Nordafrika ein gewaltiger Umbruch an. Allein in den vergangenen drei Tagen kamen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei im Zentrum Ägyptens drei Menschen ums Leben, über hundert wurden verletzt. Bei Ägyptens Minderheiten spitzt sich die Lage noch stärker zu. Betroffen sind vor allem die Kopten. Diese christliche [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=106&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color:#000000;">Seit Anfang diesen </span><a href="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2011/02/delius.jpg"><span style="color:#000000;"><img class="alignleft size-full wp-image-107" title="delius" src="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2011/02/delius.jpg?w=490" alt="" hspace="5" vspace="5"   align="left" /></span></a><span style="color:#000000;">Jahres deutet sich in Nordafrika ein gewaltiger Umbruch an. Allein in den vergangenen drei Tagen kamen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei im Zentrum Ägyptens drei Menschen ums Leben, über hundert wurden verletzt. Bei Ägyptens Minderheiten spitzt sich die Lage noch stärker zu. Betroffen sind vor allem die Kopten. Diese christliche Minderheit macht laut verschiedenen Schätzungen sechs bis 15 Prozent der ägyptischen Gesamtbevölkerung aus. Ich sprach mit Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) über die Lage der Kopten und die Haltung des Westens gegenüber der Unterdrückung durch einen zur Staatsreligion erhobenen Islam.</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><span id="more-106"></span><strong>Johannes Schüller: Herr Delius, vor kurzem erreichte Sie die Nachricht vom Mord an elf koptischen Christen in Ägypten. Koptische Geschäfte wurden auch in verschiedenen Provinzen während der Revolution überfallen, geplündert und ausgeraubt. Hat die Verfolgung der koptischen Minderheit vor dem revolutionären Hintergrund zugenommen?</strong></span></p>
<p><span style="color:#000000;">Ulrich Delius: Sie hat nicht direkt zugenommen. Wir, die GfbV, beobachten eine stetige Entwicklung seit 20 Jahren. Das Problem besteht darin, dass die ägyptischen Behörden die Kopten nicht schützen wollen und sollen. Es gibt keine religiöse Gleichbehandlung im muslimisch geprägten Ägypten. Die christliche Minderheit gerät damit automatisch auch in die Position eines Sündenbocks. Und diese Diskriminierung bietet dann natürlich die Legitimationsgrundlage für solche Morde und Terroranschläge.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Mubarak und sein Regime werden ihrer Aufgabe nicht gerecht und sie wissen das auch. Um so ungeheuerlicher sind die offiziellen, heuchlerischen Verlautbarungen, es gebe Gleichbehandlung und keine Diskriminierung in Ägypten. Dass das nicht stimmt, weiß jeder in Ägypten.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Zugleich, und das gibt Anlass für Hoffnungen, verbrüdern sich aber auch einfache Muslime und Kopten während der Revolution. So haben ägyptische Muslime und Christen auf dem Tahrir-Platz in Kairo gemeinsam demonstriert und sich bei Gebeten gegenseitig geschützt. Das Problem liegt bei dem Staat und den Behörden, die offiziell behaupten, Ägypten müsse ein muslimischer Staat sein.</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><strong> Droht aufgrund der chaotischen Zustände nicht auch die Zunahme eines radikalen Islams im Land, etwa in Form der Muslimbruderschaft?</strong></span></p>
<p><span style="color:#000000;">Niemand weiß, was aus der aktuellen Situation heraus entsteht. Viele Kopten behaupteten, es könne für sie gar nicht mehr schlimmer kommen. Ja, es gibt dort auch die Angst vor der Muslimbruderschaft. Allerdings ist die in Ägypten längst nicht so radikal wie in anderen islamischen Staaten. Denn das Land und die Bevölkerung sind auf US-Zahlungen und den großen Ägypten-Tourismus angewiesen. Beides wäre bei einer radikalislamischen Entwicklung und einer weiter steigenden Verfolgung der Kopten extrem gefährdet. Das wissen die Muslimbrüder.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Wie gesagt, niemand weiß, ob die aktuelle Entwicklung wirklich Besserungen für die Kopten bringt. Hinter dem mächtigen Mubarak-Regime stehen weite Kreise, vor allem aus den Bereichen des Militärs und der Beamtenschaft. Sie können momentan nur verlieren und die Kopten stellen für sie einfach keine ernst zunehmende Größe dar. Wichtiger ist die Mehrheit der konservativen bis orthodoxen Muslime. Und vor denen will sich das Mubarak-Regime gerne als Hüter des Islams in Ägypten aufspielen. Dies hat sie in der Vergangenheit immer wieder versucht und dabei vor der existenziell bedrohlichen Lage der Kopten die Augen verschlossen. Laut Verfassung ist Ägypten kein säkularer, sondern ein muslimischer Staat. Und Hosni Mubarak will das auch nicht ändern.</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><strong> Bereits zum Neujahrstag 2011 wurden 23 Kopten bei einem Selbstmordattentat auf die Al-Qiddissine-Kirche in Alexandria ermordet. Der Vatikan und deutsche bzw. westliche Politiker waren außergewöhnlich schnell mit Forderungen nach einem besseren Schutz der Kopten. Reicht das aus?</strong></span></p>
<p><span style="color:#000000;">Mittlerweile sind es sogar 24 Tote, ein weiteres Opfer ist verstorben. Sicher war es gut, dass die internationale Staatengemeinschaft die Lage überhaupt erst einmal wahrgenommen hat. Wir mahnen die Situation der ägyptischen Kopten seit Jahren ohne große Resonanz an. Die plötzliche Aufmerksamkeitswelle war da einmalig und sicher auch durch die hohe Zahl der Opfer und den nachweihnachtlichen Neujahrstag bestimmt.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Die westliche Kritik greift aber trotzdem viel zu kurz. Es spielt doch keine Rolle, ob zwei oder drei Streifenwagen vor einer Kirche stehen. Entscheidend ist die staatlich auferlegte alltägliche Diskriminierung der Kopten. Sie sind rechtlich nicht mit den anerkannten Ägyptern gleichgestellt. Wenn man etwa festlegt, dass die Kopten etwa im Personalausweis auch als solche zu kennzeichnen sind, finden die Diskriminierten oft keinen Arbeitsplatz in Ägypten. Und da gibt es noch zahlreiche weitere Beispiele. Das Mubarak-Regime hat versagt, die westliche Forderung nach mehr Schutz greift viel zu kurz.</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><strong>Wie viel Hoffnung können sich christliche Minderheiten momentan in der arabischen Welt machen?</strong></span></p>
<p><span style="color:#000000;">Momentan ist die Situation einfach zu schwierig und komplex, um Prognosen zu treffen. Hoffnung sollte man sich natürlich immer machen. Die Lage ist in jedem arabischen Land – ob Jordanien, Syrien, Tunesien oder eben Ägypten – unterschiedlich. Die Jugend der arabischen Welt ist verbittert. Das liegt vor allem an der wirtschaftlichen Situation, vor allem der hohen Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Die alten Regime haben versagt und die Jugend fühlt das natürlich. Je eher es in den betroffenen Ländern zu Systemwechseln kommt, desto besser ist die Chance auf eine nicht radikal verlaufende Entwicklung. Nehmen Sie Ägypten: Die Ankündigungen, Mubarak nur auszutauschen, würden am Regime selbst nichts ändern und den Protest weiter zuspitzen. In solch einer Situation hätten natürlich auch radikale Islamisten gute Chancen.</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><strong>Wie will die GfbV der Verfolgung von Minderheiten in Ägypten entgegensteuern?</strong></span></p>
<p><span style="color:#000000;">Wir sind eine Menschenrechtsorganisation. Das heißt, wir wollen die Aufmerksamkeit auf diese Probleme lenken und damit auch Politiker und Öffentlichkeit zum Handeln drängen. Ohne Aufmerksamkeit gibt es keine Veränderung. An den Revolutionen in Ägypten und Tunesien zeigt sich, dass die Aufmerksamkeit trotz langer westlicher Ignoranz gewonnen werden kann. Jetzt ist der Zeitpunkt für Veränderungen, auch für die Kopten, gekommen. Die internationale Staatengemeinschaft muss sich für die Demokratisierung und den Minderheitenschutz in der arabischen Welt einsetzen.</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><strong> Herr Delius, Vielen Dank für das Gespräch!</strong></span></p>
<p><span style="color:#000000;"><strong> Bild: Ulrich Delius/Gesellschaft für bedrohte Völker</strong></span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachtwachen.wordpress.com/106/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachtwachen.wordpress.com/106/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachtwachen.wordpress.com/106/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachtwachen.wordpress.com/106/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachtwachen.wordpress.com/106/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachtwachen.wordpress.com/106/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachtwachen.wordpress.com/106/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachtwachen.wordpress.com/106/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachtwachen.wordpress.com/106/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachtwachen.wordpress.com/106/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachtwachen.wordpress.com/106/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachtwachen.wordpress.com/106/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachtwachen.wordpress.com/106/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachtwachen.wordpress.com/106/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=106&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Theater II: Silberkonfetti und Antigone in der Schaubühne</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 19:40:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Schüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apollon]]></category>
		<category><![CDATA[Dionysos]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Antigone]]></category>
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		<category><![CDATA[Schaubühne Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Antigone und Kreon hätten Sozialtherapeuten gebraucht. Dringend. „Nimm es an.“, „So ist die Lage. Der Abend wird jetzt sicher nicht schön, aber das ist nun mal so.“ In der Berliner Schaubühne wirft Peter Thiessen – Erzähler, Sänger und Schauspieler in einem – den imaginären Knuddelball auf die Bühne, um Antigones Götter- und Kreons Staatsgesetz an [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=84&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2011/02/antigone-0968.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-89" title="Antigone1" src="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2011/02/antigone-0968.jpg?w=490" alt="" hspace="5" vspace="5"   align="left" /></a>Antigone und Kreon hätten Sozialtherapeuten gebraucht. Dringend.  „Nimm es an.“, „So ist die Lage. Der Abend wird jetzt sicher nicht  schön, aber das ist nun mal so.“ In der Berliner Schaubühne wirft Peter  Thiessen – Erzähler, Sänger und Schauspieler in einem – den imaginären  Knuddelball auf die Bühne, um Antigones Götter- und Kreons Staatsgesetz  an einen Tisch zu holen. Das vertrieb bereits zu Beginn den ein oder  anderen aus dem vollen Theatersaal der Schaubühnen-Premiere am 4.  Februar. „So ein Mist“ sei das gewesen, resümierte eine augenscheinliche  Deutschlehrerin, nachdem sie im ersten Akt wutschnaubend das Publikum  verließ. Doch mancher urteilte zu früh.</p>
<p><span id="more-84"></span><strong>Viel Geduld gut investiert</strong></p>
<p>Denn Regisseurin Friederike Heller schöpfte mithilfe der Brechtschen  Verfremdungstechnik aus der ganzen Tiefe des antiken Klassikers von  Sophokles. Dieser von ca. 497 – 405 vor Christi Geburt lebende attische  Tragödiendichter eröffnete dereinst mit Homer den klassischen  europäischen Kanon. Versagt haben dabei in der Interpretation  des Schaubühnen-Stücks nicht Thebens König Kreon oder Ödipus’ Tochter Antigone, sondern der  Gott der Lust und des Lasters, Dionysos. Doch bis zum Auftritt des  metrosexuellen, ins lächerlich-burleskenhaft gezogenen Gottes wurde dem  Publikum viel Geduld abverlangt.</p>
<p>Nein, Hellers Regietheater  wendet sich nicht an die Scharen der Deutschlehrer und angegliederten  Abiturienten. Es bedurfte einer detailgetreuen Werkkenntnis, um in der  Darstellung des Sehers Theresias als Krokodils-Handpuppe keine Parodie  auf die Weisheit des Alters zu sehen. Nicht die Tragik des blinden,  Kreon den Untergang prophezeienden Sehers Theresias zeigt Heller auf,  sondern die des Thebanerkönigs selbst, abwechselnd und überzeugend  gespielt von Tilman Strauß und Christoph Gawenda.</p>
<p><strong>Silberkonfetti mit Heidegger</strong></p>
<p>In dieser „Nummernrevue“, so Eleonore Brüning in der <a href="http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=common/zwischenseite.asp&amp;dx2={16F79C59-AAFC-4F4F-7205-88C1921EF4DE}&amp;rub={F95D90E4-8000-4A43-A338-954FFEDDA3F2}" target="_blank"><em>Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung</em></a>,  wurden einige Textpassagen interpretierend herausgestrichen. Allerdings  zielte das nicht allein auf einen mit etwas mehr als zwei Stunden  gestrafften, publikumsverträglichen Unterhaltungswert, sondern legte,  ganz literaturarchäologisch, eine neue Interpretationsstufe frei. Die  bemerkenswerteste ist jene vom König Kreon als Opfer der Götter und  dessen, was die Griechen Moira, Schicksal, nannten. In Christian Rakows  Rezension auf <a href="http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=5219:antigone-friedericke-heller-und-die-band-kante-schicken-maenner-zur-gruppentherapiesitzung-aber-richtig&amp;catid=38:die-nachtkritik&amp;Itemid=40" target="_blank"><em>nachtkritik.de</em></a> und Bünings Text wird diese  geschickt montierte Uminterpretation ob des mit massenweise  Silberkonfetti aufwartenden Revuespektakels vergessen.</p>
<p>Kreon  wird in Hellers Stück von Antigone bereits vor vollendete Tatsachen  gestellt, als diese ihren Bruder Polyneikes, der seine Vaterstadt Theben  angriff und verlor, nach altem Ritus bestattete. In der von der Figur  Kreons personalisierten, durch vergangene und drohende Infragestellung legitimierten  Staatsordnung Thebens trifft das ins Herz des Stadtfriedens. Antigones  ohnmächtige Verzweiflung angesichts der drohenden Hinrichtung begrenzt  das Stück auf ein Minimum. Schnippisch teilt sie Kreon mit, dass sie den  eigenen Tod in Kauf nähme. Doch Kreon sieht in der rituellen Bestattung  Polyneikes’ nicht allein den Angriff auf seine Integrität als  Herrscher, sondern auch auf die Würde seiner Person selbst. Deutlich  wird dies auch im vom König auf die familiäre Ebene gedrückten Dialog  mit seinem Sohn Haimon, der sich schließlich – als Bräutigam Antigones –  vom Vater abwendet und umbringt. In dieser Konstellation wurzelt die  gescheiterte Souveränität und Hybris des Patriarchen doppelt,  nämlich auf staatlicher und familiärer Ebene.</p>
<p><strong>Kreon: Ein tragischer Patriarch</strong></p>
<p><strong></strong>„Ich  habe dich getötet, ich. Io! ihr Diener!/ Führt eilig mich hinweg!  führt, Schritt vor Schritt,/ Mich, der nun nichts mehr anders ist als  niemand“, spricht Kreon in der letzten Szene bei Sophokles. Das Stück  stellt die Frage nach dessen Schuld nicht derart konsequent wie der  attische Dichter. Kreons Schicksal erscheint bereits unausweichlich:  „Denn alles Schiefe hat/ Hier in den Händen und hier mir auf das Haupt/  Ein wüst Schicksal gehäufet.“ Die Handlung gerät bereits im Anstieg mit  dem Erscheinen des Boten zum Selbstläufer. In Sophokles Text, hier liegt  die Übersetzung Friedrich Hölderlin<a href="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2011/02/antigone-6414.jpg"><img class="size-full wp-image-86 alignright" title="Antigone2" src="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2011/02/antigone-6414.jpg?w=490&#038;h=325" alt="" hspace="5" vspace="5" width="490" height="325" align="right" /></a>s von 1804 zugrunde, schildert das  Auftreten des Sehers Theresias das retardierende Moment, konkret Kreons  Möglichkeit seinen drakonischen Erlass zu widerrufen.</p>
<p>Doch  Heller lässt statt eines äußerlich und innerlich gereiften Sehers im  Stück eben eine lächerliche Krokodils-Handpuppe als Propheten der Götter  auftreten, die mit ihrer Charlie-Chaplin-Stimme Kreon zurecht an der  Ernsthaftigkeit der Warnungen zweifeln lässt. Der Moderator und Erzähler  hält dem König, die Groteske steigernd, einen Vortrag über Sühne und  Rangordnung, der inhaltlich zwar durchaus schlüssig wirkt, aber wieder  als den König belehrende Therapiesitzung daherkommt. Wie viel Einsicht  kann, bei solch mangelnder Ernsthaftigkeit, von Kreon verlangt werden?  Übrig bleibt das Bild eines lächerlichen und tragisch gewollten  Diktators, der mit aller Ohnmächtigkeit den Stadt- und Familienfrieden  zu schützen versuchte und scheitert.<strong></strong></p>
<p><strong></strong>Das  entspricht mitnichten der klassischen Kreon-Figur des Sophokles und  verschiebt zugleich die Sympathie zugunsten des thebanischen Herrschers.  Dieses Bild des seiner abschreckenden Grausamkeit und Macht beraubten  Kreons aber verneint zugleich die traditionelle, oft voreilige  Parteinahme für Antigone, die nicht nur in den Deutsch-Abiturklassen  fleißig gepflegt wird. Letzterer ist auch bei Heller nichts an ihrer  Tragik genommen, ihr Schicksal scheint ebenso vorbestimmt.  Bemerkenswerterweise geht der Selbstmord Antigones aber in der  Schlussszene fast vollständig unter, zugunsten der familiären Tragödie  Kreons. Die Bühnenlichter senken sich auf ihn und seine  „Io!“-Schmerzensschreie gehen treppenförmig herab. Inszeniert wird auch  die familiäre Tragödie, nicht allein das kollektive Versagen.</p>
<p><strong>Gleichermaßen fatal: Kreons Übermut und Antigones naiver Fanatismus</strong></p>
<p>„Wessen  Wahrheit ist die richtige: die des einzelnen Menschen, der sein Leben  selbst bestimmt und verantwortlich leben möchte? Oder weiß die  Gemeinschaft, was dem Zusammenleben der Menschen zuträglich ist und an  welche Gesetze sich alle halten müssen, um ein friedliches Miteinander  zu ermöglichen?“ In Hellers Stück rangieren beide Konzepte gleichwertig  und dementsprechend heißt es in der Vorankündigung auch: „In der  Moderne sind die Beispiele zahlreich für die Fehler von beiden Seiten.“  Die Unbedingtheit beider Ideen wird im Stück unaufgeregt dargestellt,  neben der Hybris Kreons steht der naive Fanatismus Antigones.</p>
<p><a href="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2011/02/antigone-1350.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-87" title="Antigone3" src="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2011/02/antigone-1350.jpg?w=490" alt="" hspace="5" vspace="5"   align="left" /></a>Bemerkenswert ist auch das dramaturgische Konzept von Bernd Stegemann.  Dieser beruft sich auf einen Satz Hegels, wonach im Aufeinandertreffen  zweier gleichberechtigter Positionen das Genie der Tragödie wurzelt. So  entstehe der tragische Konflikt aus dem naiven, unreflektierten  Absolutheitsanspruch eines archaischen Rechts- und Sittengedankens, der  erst durch die sittliche Tat ins Rollen gebracht wird. Der heroische  Charakter der Antigone liege in der absoluten Akzeptanz der physischen  Konsequenzen begründet, womit – hier nur verkürzt erklärbar – der  Zerfall der Gemeinschaft eintritt.</p>
<p>Eine mögliche Abwendung vom  tragischen Verlauf werde nach Hegel erst durch den sittlichen  Fortschritt, nämlich die Reflexion der eigenen Gesetze, ermöglicht. Doch  über diesen Erkenntnissprung verfügen weder Kreon und Antigone, so dass  sie beide zum Opfer ihrer archaischen, vorklassischen Philosophie  werden. Auch in der Aufführung wird dieser Gedanke angedeutet, was für  die hohe Qualität von Hellers Inszenierung spricht.</p>
<p>Einen zweiten Zugang im Programmheft bietet Martin Heideggers <em>Einführung in die Metaphysik</em>, die stark etymologisch, also begriffshistorisch, argumentiert. Demnach verhandelt <em>Antigone </em>das  Wort vom Un-heimlichen, des existenzialen Nicht-zuhause-seins.  Vereinfacht: Erst in der Auflehnung des Menschen gegen die Natur und  seine Seinsbestimmung werde die ganze Tragik offenbar. „Vielfältig das  Unheimliche, nichts doch über den Menschen hinaus Unheimlicheres ragend  sich regt“, singt Thiessen im Stück.</p>
<p>Die stärkste Leistung bringt so auch der Chor, von der Indiepop-Band <em>Kante</em> fantastisch gespielt, der parallel die Moral der Tragödie liefert. Dazu  passt Thiessens hochironischer Auftritt als Sozialtherapeut und  Familienaufsteller, der in Hellers Stück nicht nur als Musiker, sondern  auch als Schauspieler überzeugt. Davon hätte sich gewiss auch manche  Deutschlehrerin überzeugen können, hätte sie denn nur etwas mehr Geduld  bewiesen.</p>
<p>Aufführungstermine und Infos zur <em>Antigone </em>in der Berliner Schaubühne gibt es <a href="http://www.schaubuehne.de/de_DE/program/detail/8713830" target="_self">hier. </a></p>
<p><strong>Fotos</strong> von oben nach unten:<br />
<strong>Bild 1:</strong> Peter Thiessen/ Foto: Arno Declair</p>
<p><strong>Bild 2: </strong>Christoph Gawenda/ Foto: Arno Declair</p>
<p><strong>Bild 3:</strong> Felix Müller, Peter Thiessen, Tilman  Strauß, Christoph Gawenda, Thomas   Leboeg, Michael Mühlhaus, Sebastian  Vogel/ Foto: Arno Declair</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachtwachen.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachtwachen.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachtwachen.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachtwachen.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachtwachen.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachtwachen.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachtwachen.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachtwachen.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachtwachen.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachtwachen.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachtwachen.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachtwachen.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachtwachen.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachtwachen.wordpress.com/84/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=84&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Theater I: Von Brecht lernen&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 11:28:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Schüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brecht]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Der gute Mensch von Sezuan]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Schüller]]></category>

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		<description><![CDATA[… können wir alle, auch wenn manche ihm dramaturgisches und literarisches Können absprechen, weil er ja ein bedenkenswerter Marxist gewesen sei. Neulich besuchte ich eine Aufführung des Guten Menschen von Sezuan in der Berliner Schaubühne. Das Stück war sehr klassisch gehalten. Welch Wunder, es sprangen tatsächlich keine “Streetworker” oder “Zivilcouragierten” über die Bühne.  Stattdessen Brechts [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=35&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2011/01/brecht.jpg"><span style="color:#000000;"><img class="alignleft size-medium wp-image-38" title="Brecht Ausgewählte Werke" src="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2011/01/brecht.jpg?w=187&#038;h=194" alt="" hspace="5" vspace="5" width="187" height="194" align="left" /></span></a><span style="color:#000000;">… können  wir alle, auch wenn manche ihm dramaturgisches und literarisches Können  absprechen, weil er ja ein bedenkenswerter Marxist gewesen sei. Neulich besuchte  ich eine Aufführung des <em>Guten Menschen von Sezuan</em> in der  Berliner Schaubühne. Das Stück war sehr klassisch gehalten. Welch  Wunder, es sprangen tatsächlich keine “Streetworker” oder  “Zivilcouragierten” über die Bühne.  Stattdessen Brechts </span><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/essayunddiskurs/626061/" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">Verfremdungstechnik</span></a><span style="color:#000000;"> in höchster Konsequenz – Nähe zu den Figuren entstand nicht und der  Handlungsort war so gehalten, dass die Moral von der Geschicht weltweit  gültig ist. </span></p>
<p><span id="more-35"></span><span style="color:#000000;">Eine Zusammenfassung der Entstehungsgeschichte und des  Inhalts findet ihr </span><a href="http://www.schaubuehne.de/de_DE/program/repertoire/471817" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">hier</span></a><span style="color:#000000;">. Ein großes Lob an die Regisseurin Friederike Heller, die übrigens auch schon Michel Houllebecqs <em>Elementarteilchen</em> und Goethes <em>Wilhelm Meist</em><em>er</em> für deutsche Bühnen inszenierte. Folgende Frage stand mit dem Ende des Stücks zur Debatte:</span></p>
<blockquote><p><span style="color:#000000;">Ob unsere Gegenwart die Widersprüche zwischen der  individuellen Moral  und den Mechanismen des Marktes aufgehoben hat oder  nur geschickter  verschleiern konnte, kann im Brechtschen Modell über  die Kosten der  Arbeit und die Armut des unfrei seine Arbeitskraft  verkaufenden  Lohnabhängigen erkundet werden.</span></p></blockquote>
<p><span style="color:#000000;">Nun gut, da klingt auch schon Karl Marxens Idee vom kulturellen  Überbau der Klassenmechanismen an, aber m. E. legte das Stück dem  Zuschauer auch unter der Hand die Idee nahe, dass der Mensch nun  eben mal sei, wie er sei und “ein guter Mensch” von Sezuan inmitten der  nur allzu menschlichen Menschen eben eine – fromme – Figur der Utopie  bleibt. Aber schon allein die Tatsache, dass Brecht hier kein  seichtes Unterhaltungsstück schrieb, sondern ein durchkonstruiertes und  anspruchsvolles Drama, verdient Respekt.</span></p>
<p><span style="color:#000000;">Aber Brecht bleibt auch aus einem anderen Grund aktuell: 1929 führte  er im Rahmen des Musikfestes „Deutsche Kammermusik Baden-Baden“ am 27.  Juli 1929 das als Lehrstück konzipierte Hörspiel <em>Lindberghflug</em> auf. Dieses sollte seine Idee vom Radio als „Kommunikationsapparat  öffentlichen Lebens“ unter Beweis stellen. Brecht stellte sich folgendes vor:</span></p>
<blockquote><p><span style="color:#000000;">Der eine Teil (die Gesänge der Elemente, die Chöre, die  Wasser- und Motorengeräusche und so weiter) hat die 	Aufgabe, die Übung  zu ermöglichen, das heißt einzuleiten und zu unterbrechen, was am besten  durch einen 	Apparat geschieht. Der andere pädagogische Teil (der  Fliegerpart) ist der Text für die Übung: Der Übende ist 	Hörer des einen  Textteils und Sprecher des anderen Teils. (Der Rundfunk als  Kommunikationsapparat. Rede über die Funktion des Rundfunks. In: Ders.:  Schriften zur Literatur und Kunst I. 1920 – 1932. Redaktion: Werner  Hecht. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1967 (= Kommunikationsapparat), S.  128f.)</span></p></blockquote>
<p><span style="color:#000000;">Ziel des Ganzen war es, die Einbahnstraße Sender-Medium-Empfänger  aufzubrechen und sowohl Sender (Radiomacher und -moderatoren) als auch  Empfänger (Rediozuhörer) zur Kommunikation auf Augenhöhe einzuladen. So  konnten etwa die Zuhörer, die bei der Aufnahme live dabei waren, in das  Stück hineinrufen oder es anderweitig mit bearbeiten. Das Ganze  scheiterte natürlich trotzdem, weil Medien ohne Disziplinierung nun mal  nicht funktionieren. Wenn jeder irgendwie mitbasteln kann, kommt am Ende  keine demokratisch produzierte Qualität, sondern nur ein heilloses  Stimmenwirrwarr raus. Ohne den Autoren, der das Mikro oder auch die  Feder führt, entsteht Chaos. Das sah auch Brecht ein, weshalb er das  Projekt nicht weiterspann. Er resümierte:</span></p>
<blockquote><p><span style="color:#000000;">solche Übungen nützen dem einzelnen nur, indem sie dem  Staat nützen, und sie nützen nur einem Staat, der 	allen gleichmäßig  nützen will. […] Seine richtige Anwendung aber macht ihn (den  „Ozeanflug, Anmerkung 	J.S.) immerhin so weit „revolutionär“, daß der  gegenwärtige Staat kein Interesse hat, diese Übungen zu 	veranstalten.  (Kommunikationsapparat, S. 131)</span></p></blockquote>
<p><span style="color:#000000;">Das ist heute ebenso gültig wie zu Brechts Zeiten, 1929. Aber warum  versuchen wir es nicht mal – wenigstens – mit einem  Kommunikationsapparat auf Augenhöhe? Schlußendlich ist der Leser gerade im Internet und beim Bloggen zur Beteiligung  eingeladen – so wie ihr jetzt zum Kommentieren unter diesem Artikel.  Beleidigende oder niveaulose Kommentare entfernt die Redaktion. Denn  ohne (Selbst-)Disziplinierung ist Kommunikation auf Augenhöhe nun mal nicht möglich.</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><strong>Bild: Brecht-Sammlung für 29,80 Euro <a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/ausgewaehlte_werke_in_sechs_baenden-bertolt_brecht_45732.html" target="_blank"><span style="color:#ff6600;">zum Selberlesen</span></a> bei Suhrkamp.</strong></span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachtwachen.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachtwachen.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachtwachen.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachtwachen.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachtwachen.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachtwachen.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachtwachen.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachtwachen.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachtwachen.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachtwachen.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachtwachen.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachtwachen.wordpress.com/35/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachtwachen.wordpress.com/35/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachtwachen.wordpress.com/35/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=35&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Des Bleistifts gelbe Wallungen</title>
		<link>http://nachtwachen.wordpress.com/2009/07/17/des-bleistifts-gelbe-wallungen/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Jul 2009 20:39:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Schüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diaristik]]></category>
		<category><![CDATA[Jünger]]></category>
		<category><![CDATA[Kracht]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Schüller]]></category>

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		<description><![CDATA[Das &#8222;Land, wo die Zitronen blühen&#8220; hinter mich lassend, begab ich mich vor drei Wochen wieder in das heimliche &#8222;Florenz des Nordens&#8220;. In meinem kleinen Domizil, welches sich zur Gänze noch im Provosorium befindet, sortierte ich den wohlgefüllten, mit Reclam-Bänden und einer Friedrich-Hölderlin-Gesamtausgabe angereicherten Bücherschrank. Dabei entdeckte ich meine heimliche literarische Liebe zu Christian Kracht. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=25&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<dl class="wp-caption alignright">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-medium wp-image-26 alignright" title="chateaubonnet2007b" src="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2009/07/chateaubonnet2007b.jpg?w=181&#038;h=270" alt="Entre deux Mers" width="181" height="270" /></dt>
</dl>
<p>Das &#8222;Land, wo die Zitronen blühen&#8220; hinter mich lassend, begab ich mich vor drei Wochen wieder in das heimliche &#8222;Florenz des Nordens&#8220;. In meinem kleinen Domizil, welches sich zur Gänze noch im Provosorium befindet, sortierte ich den wohlgefüllten, mit Reclam-Bänden und einer Friedrich-Hölderlin-Gesamtausgabe angereicherten Bücherschrank. Dabei entdeckte ich meine heimliche literarische Liebe zu Christian Kracht. Umgehend orderte ich beim bekannten Weltnetzversandhändler &#8222;amazon.de&#8220; den hochgelobten reportageartigen Reisebericht über Asien: &#8222;Der gelbe Bleistift&#8220;. Ich zitiere:</p>
<dl class="wp-caption alignright">
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</dl>
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<dl class="wp-caption alignright">
<dt class="wp-caption-dt"></dt>
</dl>
<blockquote><p>Weil wir uns nichts aus Weißwein machten, tranken wir Ende Januar eine Flasche Entre deux Mers aus Gläsern, in denen Eiswürfel schwammen, und sahen auf den Mekong. Wir saßen auf einem Rasenstückchen, der Fluß war breit und träge. darüber hingen an blauem Himmel kleine Drachen. Zum Wein aßen wir Unmengen knallroter Erdbeeren, und meine Begleiterin rauchte Zigaretten. Es war windstill, und die Palmen bewegten sich nicht.</p>
<dl class="wp-caption alignright"></dl>
</blockquote>
<p>Von dieser kleinen Reminiszens an die bekannte &#8222;Burgunderszene&#8220; der &#8222;Strahlungen&#8220; angenehm motiviert, nutze ich die Weiten des Internets um einen Schal zu bestellen.</p>
<p>Auf bald!</p>
<dl class="wp-caption alignright">
<dt class="wp-caption-dt"></dt>
</dl>
<div class="mceTemp">
<dl class="wp-caption alignright">
<dt class="wp-caption-dt"></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Entre deux Mers</dd>
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		<title>Das Ungeheure und die Musik</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jul 2008 11:29:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Schüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apollon]]></category>
		<category><![CDATA[Dionysos]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Nietzsche]]></category>
		<category><![CDATA[Safranski]]></category>
		<category><![CDATA[apollinisch]]></category>
		<category><![CDATA[Dichter]]></category>
		<category><![CDATA[dionysisch]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftsteller]]></category>

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		<description><![CDATA[Rüdiger Safranski: &#8222;Nietzsche &#8211; Biographie seines Denkens.&#8220;. Während ich beim Lesen des Röckeners eher mittels der heiteren, von ihm selbst als &#8222;dionysisch&#8220; beschriebenen Beschwingtheit die Seiten und Konsequenzen seines reinen Denkens überspringe, gelingt es Safranski ganz in philosophischer Manier die Gedanken Meister Nietzsches aufzuschlüsseln und zugleich wieder zu einem System zusammenzufügen. Dieses System erscheint mehr [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=15&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"></dt>
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<p>Rüdiger Safranski: &#8222;Nietzsche &#8211; Biographie seines Denkens.&#8220;. Während ich beim Lesen des Röckeners eher mittels der heiteren, von ihm selbst als &#8222;dionysisch&#8220; beschriebenen Beschwingtheit die Seiten und Konsequenzen seines reinen Denkens überspringe, gelingt es Safranski ganz in philosophischer Manier die Gedanken Meister Nietzsches aufzuschlüsseln und zugleich wieder zu einem System zusammenzufügen. Dieses System erscheint mehr oder weniger gut in sich geschlossen, doch es gelingt dem Autor wohl, den Weg bis zum Ende zu gehen &#8211; und damit auch Nietzsche als Denker anzutreffen.</p>
<p>Safranskis Weg führt in &#8222;das Ungeheure&#8220;. Das Ungeheure lässt sich als Mut zur Wahrheit beschreiben, als Überwindung der alten Philosophenangst, den Urgrund des Seins mittels des Denkens zu berühren und auszuhalten. Welche Erkenntnis gewinnt nun Nietzsche am Urgrund des Seins? &#8222;Meint ihr, denn es müsse Stückwerk sein, weil man es euch in Stücken giebt (und geben muss).&#8220;  schreibt er in &#8222;Menschliches, Allzumenschliches&#8220;.<br />
Und doch lässt sich dieses Stückwerk nur schwer zu einer Antwort zusammenfügen, wenngleich scheinbar das Zentrum eines Systems ausmachbar ist: die Ohnmacht des Denkens. Denn nach Nietzsche steht am Ende des Logos die Erkenntnis der Ohnmacht menschlicher Vernunft. Das Sein scheint entschlüsselt, der Mensch steht inmitten &#8222;fallender Atome&#8220;. Die Fragen: will man diesen Weg gehen, kann man diesen Weg gehen &#8211; trifft beides zu: ist man bereit, diese Erkenntnis wirklich auszuhalten &#8211; wie antwortet man auf diese ungeheure Erkenntnis? Nach Nietzsche ist das Ungeheure dieser apollinischen Erkenntnis durch die dionysische Musik erst tragbar.</p>
<p>Die Erkenntnis befreit von der ersten Natur, unreflektieren Natur des Menschen und begibt sich auf dem Weg zur zweiten Natur &#8211; mittels der entsteht dort &#8222;heitere Beschwingtheit&#8220;. Doch ist das Ungeheuere der Erkenntnis erst einmal offenbar, lässt es nicht so leicht mit Noten und Liedern übermalen. Dazu stellt sich die Frage, ob man den vom Weg der Erkenntnis überhaupt zurückkehren will und kann. Nietzsches Mut, sich mittels dem Willen zur Vernunft in das Meer des Ungeheuren &#8222;einzuschiffen&#8220; &#8211; wie er selbst schreibt -, ist bewundernswert. Noch bewundernswerter ist seine Fähigkeit, diesen Weg mittels der Sprache  zu einem gut lesbaren  Weg zu machen &#8211; wenngleich er für die meisten Leser in seiner logischen Konsequenz schwer nachzuvollziehen ist. Es ist wohl nicht falsch, von Nietzsche als einem der bedeutendsten Schriftsteller und Philosophen zugleich sprechen zu wollen. Und es ist zugleich schwer zu sagen, wo denn das Übergewicht liegt.<br />
Nietzsche konnte seine Philosophie in die deutsche Sprache übersetzen, er konnte ästhetisch anspruchsvoll in ein Zeichensystem kodieren und damit  den Leser ein System zumindest erahnen lassen. Liegt nicht darin auch die Aufgabe des Schriftstellers und Dichters: seine Gedanken &#8211; und/oder die Gedanken der Philosophen &#8211; in ein ästhetisches, lesbares Zeichensystem zu übersetzen, mittels der &#8222;heiteren Beschwingtheit&#8220;, die Erkenntnis er-tragbar zu machen? Es genügt nicht allein, die Gedanken der Philosophen auseinanderzunehmen und in logische Systeme zusammenzufügen. Man muss aus ihnen eine Melodie, eine Melodie der Sprache oder Musik erzeugen. Dies sollte einen anspruchsvollen Autor ausmachen. Oft ist das Übergewicht nur einseitig &#8211; zumeist gibt es gute Sprachstilisten &#8211; oder gute Philosophen. Aber wie schwierig ist, beides zu verbinden! Thomas Mann konnte es &#8211; und Friedrich Nietzsche auch.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/nachtwachen.wordpress.com/15/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/nachtwachen.wordpress.com/15/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachtwachen.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachtwachen.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachtwachen.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachtwachen.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachtwachen.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachtwachen.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachtwachen.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachtwachen.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachtwachen.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachtwachen.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachtwachen.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachtwachen.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachtwachen.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachtwachen.wordpress.com/15/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=15&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Surrealistisches Beirut</title>
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		<pubDate>Tue, 20 May 2008 21:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Schüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Surrealismus]]></category>
		<category><![CDATA[Beirut]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Schüller]]></category>

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		<description><![CDATA[Die monatliche Dosis Musik wurde heute geliefert. Lang genug Joy Division gehört, die Sinne hungern nach Abwechslung. Und die entdeckten Musikvideos von &#8222;Beirut&#8220; sind gerade recht, um sich etwas von der grandiosen Grabesstimme des Ian Curtis zu befreien. Stattdessen jetzt Anklänge von Surrealismus. Beim Hören denke ich an Dalí &#8211; die &#8222;Konstruktion mit weichgekochten Bohnen&#8220; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=14&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright" style="margin:3px;" src="http://nachtwachen.files.wordpress.com/2011/01/beirut.jpg?w=199&#038;h=199" alt="Der Maler und das Ungetier" width="199" height="199" />Die monatliche Dosis Musik wurde heute geliefert. Lang genug Joy Division gehört, die Sinne hungern nach Abwechslung. Und die entdeckten Musikvideos von &#8222;Beirut&#8220; sind gerade recht, um sich etwas von der grandiosen Grabesstimme des Ian Curtis zu befreien.  Stattdessen jetzt Anklänge von Surrealismus. Beim Hören denke ich  an Dalí &#8211; die &#8222;Konstruktion mit weichgekochten Bohnen&#8220; will mir gar nicht mehr aus dem Sinn.</p>
<p>Für die folgenden Tage bleibt ein schöner Strich über die Alltagsroutine, verbunden mit einer Musik, fast magisch. Mann ist des Lobes voll. Kostprobe:</p>
<p><a title="Hör mich! Jetzt!" href="http://http://de.youtube.com/watch?v=SXIaDBad5Vg&amp;feature=related" target="_blank">http://de.youtube.com/watch?v=SXIaDBad5Vg&amp;feature=related</a></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/nachtwachen.wordpress.com/14/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/nachtwachen.wordpress.com/14/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachtwachen.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachtwachen.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachtwachen.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachtwachen.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachtwachen.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachtwachen.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachtwachen.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachtwachen.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachtwachen.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachtwachen.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachtwachen.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachtwachen.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachtwachen.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachtwachen.wordpress.com/14/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=14&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Figuren</title>
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		<pubDate>Sat, 17 May 2008 22:19:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Schüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Benn]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>

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		<description><![CDATA[Lyrische Arbeit, anschließender Rauch einer Gauloises. Es kam mir eine Idee, vielleicht nur ein netter Ansatz. Aber eine Idee &#8211; für das Semester, die im allgemeinen recht unliterarische Zeit. Wie wäre es damit Figuren der Literatur, mehr oder weniger bekannt, herauszugreifen und sie lyrisch zu erfassen? Natürlich nicht ohne den Spiegel der Aktualität zu vergessen. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=12&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lyrische Arbeit, anschließender Rauch einer Gauloises. Es kam mir eine Idee, vielleicht nur ein netter Ansatz. Aber eine Idee &#8211; für das Semester, die im allgemeinen recht unliterarische Zeit.</p>
<p>Wie wäre es damit Figuren der Literatur, mehr oder weniger bekannt, herauszugreifen und sie lyrisch zu erfassen? Natürlich nicht ohne den Spiegel der Aktualität zu vergessen. Rein psychologisches oder literarisches Resümee soll es nicht nur werden.  Der erste Anfang wurde heute mit &#8222;Beckmann&#8220; gemacht. Metrisch zweifelsohne noch holprig, doch Gediche reifen  &#8211; über Monate, Jahre, ein Leben.</p>
<p class="MsoNormal">Beckmann</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--> <!--[endif]--></p>
<p><span style="color:#ffffff;">&#8230;&#8230;.</span></p>
<p class="MsoNormal">„leben sie doch, beckmann“</p>
<p class="MsoNormal">klang es am spinnennetz</p>
<p class="MsoNormal">„doch wo – und wie und wann</p>
<p class="MsoNormal">wer bricht das gesetz?“</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--><span style="color:#ffffff;"> &#8230;&#8230;&#8230;.</span><!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">„vertrödeln sie doch keine zeit!</p>
<p class="MsoNormal">bemühen sie sich ohne sinn</p>
<p class="MsoNormal">irgendwann ist es soweit.</p>
<p class="MsoNormal">So machen sie einfach hin</p>
<p class="MsoNormal"><!--[if !supportEmptyParas]--><span style="color:#ffffff;"> &#8230;&#8230;..</span><!--[endif]--></p>
<p class="MsoNormal">fragen sie doch weiter nicht!“</p>
<p class="MsoNormal">„antworten haben null zweck“</p>
<p class="MsoNormal">so dann übt er sich in verzicht</p>
<p class="MsoNormal">liest auf der spinnen dreck.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/nachtwachen.wordpress.com/12/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/nachtwachen.wordpress.com/12/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachtwachen.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachtwachen.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachtwachen.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachtwachen.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachtwachen.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachtwachen.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachtwachen.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachtwachen.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachtwachen.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachtwachen.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachtwachen.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachtwachen.wordpress.com/12/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachtwachen.wordpress.com/12/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachtwachen.wordpress.com/12/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=12&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Der Ptolemäer</title>
		<link>http://nachtwachen.wordpress.com/2008/05/17/der-ptolemaer/</link>
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		<pubDate>Sat, 17 May 2008 21:10:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Schüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Benn]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>

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		<description><![CDATA[der ptolemäer - &#8230;&#8230;. sanfte melodie, süßlicherer verfall sinken in den ansphalt, von rot umsäumt ein andrer webt am schöpfungsintervall Dein leben ist von tod umträumt. . .. . kein ende-fall: zum höheraufersteh&#8217;n spielt eine melodie, die hell Dich schaut und doch: ein süßlicherer duft, kakteen wandern dorthin &#8211; wo norden blaut. &#8230;&#8230; feine spitzen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=11&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>der ptolemäer -<img class="alignright" style="float:right;margin:3px;" src="http://www.antiquariat.com/images/benn3.jpg" alt="Der Arzt als Lyriker" width="177" height="242" /></p>
<p><span style="color:#ffffff;">&#8230;&#8230;.</span></p>
<p>sanfte melodie, süßlicherer verfall</p>
<p>sinken in den ansphalt, von rot umsäumt</p>
<p>ein andrer webt am schöpfungsintervall</p>
<p>Dein leben ist von tod umträumt.</p>
<p style="padding-left:150px;"><span style="color:#ffffff;"> .                                             .. .<br />
</span></p>
<p>kein ende-fall: zum höheraufersteh&#8217;n</p>
<p>spielt eine melodie, die hell Dich schaut</p>
<p>und doch: ein süßlicherer duft, kakteen</p>
<p>wandern dorthin &#8211; wo norden blaut.</p>
<p><span style="color:#ffffff;"> &#8230;&#8230;</span></p>
<p>feine spitzen aus der großhirnrinde</p>
<p>ein nachtcafé spielt zeugungssinfonie</p>
<p>ins leben rein und schnell, entbinde</p>
<p>Dir form &#8211; zur liebe tänzelt ironie.</p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
</blockquote>
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			<media:title type="html">Der Arzt als Lyriker</media:title>
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		<title>16 Nachtwachen</title>
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		<pubDate>Fri, 16 May 2008 22:46:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes Schüller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bonaventura]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtwachen]]></category>
		<category><![CDATA[Surrealismus]]></category>
		<category><![CDATA[Bonaventura Nachtwachen]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8222;Denn nicht nur die Verfasserfrage, auch das Sujet steckt voller Geheimnisse. In 16 ,Nachtwachen´ erzählt ein gewisser Kreuzgang auf seinen nächtlichen Rundgängen von seinem Leben, einer abseitigen Existenz jenseits der bürgerlichen Welt. Dabei werden nicht nur kritisch-ironisch das bürgerliche Alltagsleben und die Scheinheiligkeit des Klerus demaskiert, auch der romantische Erzähler scheint in seinem radikalen Subjektivismus [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=10&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em>&#8222;Denn nicht nur die Verfasserfrage, auch das Sujet steckt voller Geheimnisse. In 16 ,Nachtwachen´ erzählt ein gewisser Kreuzgang auf seinen nächtlichen Rundgängen von seinem Leben, einer abseitigen Existenz jenseits der bürgerlichen Welt. Dabei werden nicht nur kritisch-ironisch das bürgerliche Alltagsleben und die Scheinheiligkeit des Klerus demaskiert, auch der romantische Erzähler scheint in seinem radikalen Subjektivismus als gefährdet.&#8220;</em></p></blockquote>
<p><img class="alignleft" style="border:3px solid black;float:left;margin:3px;" src="http://static.twoday.net/opablog/images/Hofer-Die-Waechter-1936.jpg" alt="Karl Hofer " width="151" height="206" /></p>
<p>So schön literaturwissenschaftlich angehaucht fasst der Herausgeber die 2006 im Anaconda-Verlag erschienene Neuauflage der &#8222;Nachtwachen&#8220;  von Bonaventura zusammen. Über Ernst Jüngers Tagebücher stieß ich auf die flotte Feder Kreuzgangs und die heiteren wie tragischen  Berichte über nächtliche Kontrollgänge durch ein kleines, wohlbehütetes Städtlein.  In seinen Streifzügen, beim Ausrufen der Mitternacht reißt der Nachtwächter nicht allein brave Bürger aus ihrem Schlaf, nein, er debattiert auch mit dem sterbenden Poeten und dem Tod selbst.</p>
<p>Inwiefern berührt das diesen Blog? Auch hier sollen, mindestes in 16 Nachtwachen, sachlich, fundiert und spöttisch Bürger, Kunst, Literatur und Gesellschaft aus Sicht des Autors berührt werden &#8211; um zur Diskussion anzuregen.  Weder intellektuelle Zirkelschlüsse noch moralische Großmannssucht sind dabei erwünscht!</p>
<p>Doch eigene Literatur und Fotografie kommt nicht zu knapp.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/nachtwachen.wordpress.com/10/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/nachtwachen.wordpress.com/10/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nachtwachen.wordpress.com/10/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nachtwachen.wordpress.com/10/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nachtwachen.wordpress.com/10/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nachtwachen.wordpress.com/10/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/nachtwachen.wordpress.com/10/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/nachtwachen.wordpress.com/10/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/nachtwachen.wordpress.com/10/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/nachtwachen.wordpress.com/10/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nachtwachen.wordpress.com/10/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nachtwachen.wordpress.com/10/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nachtwachen.wordpress.com/10/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nachtwachen.wordpress.com/10/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nachtwachen.wordpress.com/10/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nachtwachen.wordpress.com/10/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nachtwachen.wordpress.com&amp;blog=3745620&amp;post=10&amp;subd=nachtwachen&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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