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Figuren

17 Mai

Lyrische Arbeit, anschließender Rauch einer Gauloises. Es kam mir eine Idee, vielleicht nur ein netter Ansatz. Aber eine Idee – für das Semester, die im allgemeinen recht unliterarische Zeit.

Wie wäre es damit Figuren der Literatur, mehr oder weniger bekannt, herauszugreifen und sie lyrisch zu erfassen? Natürlich nicht ohne den Spiegel der Aktualität zu vergessen. Rein psychologisches oder literarisches Resümee soll es nicht nur werden. Der erste Anfang wurde heute mit “Beckmann” gemacht. Metrisch zweifelsohne noch holprig, doch Gediche reifen – über Monate, Jahre, ein Leben.

Beckmann

…….

„leben sie doch, beckmann“

klang es am spinnennetz

„doch wo – und wie und wann

wer bricht das gesetz?“

……….

„vertrödeln sie doch keine zeit!

bemühen sie sich ohne sinn

irgendwann ist es soweit.

So machen sie einfach hin

……..

fragen sie doch weiter nicht!“

„antworten haben null zweck“

so dann übt er sich in verzicht

liest auf der spinnen dreck.

Der Ptolemäer

17 Mai

der ptolemäer -Der Arzt als Lyriker

…….

sanfte melodie, süßlicherer verfall

sinken in den ansphalt, von rot umsäumt

ein andrer webt am schöpfungsintervall

Dein leben ist von tod umträumt.

. .. .

kein ende-fall: zum höheraufersteh’n

spielt eine melodie, die hell Dich schaut

und doch: ein süßlicherer duft, kakteen

wandern dorthin – wo norden blaut.

……

feine spitzen aus der großhirnrinde

ein nachtcafé spielt zeugungssinfonie

ins leben rein und schnell, entbinde

Dir form – zur liebe tänzelt ironie.

 

 

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